

- Zeittafel
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- 1952 Gründung als Südmährische Sing- und Spieleschar in Stuttgart
- 1961 Preis für Volkstumspflege der SL
- 1978 Erste Reise in die Tschechoslowakei
- 1982 Sudetendeutscher Kulturpreis
- 1988 Europäischer Umweltpreis "Kulturelles Erbe"
- 1990 Restauration der Kirche in Gersdorf (Nordböhmen)
- 1995 Adalbert-Stifter-Medallie der Sudt. Landsmannschaft
Über uns...
Ein ausführlicher Einblick in die Gruppengeschichte

- Die Südmährische Sing- und Spielschar in der 70er Jahren.
Moravia Cantat ist ein Südmährisches Ensemble für Chor, Instrumentalmusik und historischen Tanz, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, insbesondere die deutsche Musikkultur der böhmischen Länder zu pflegen und weiterzuentwickeln. Ein besonderes Anliegen des Ensembles ist es auch, die vielfältigen musikalischen Gemeinsamkeiten und Wechselwirkungen zwischen deutscher, tschechischer und jüdischer Kultur in dieser Region im Herzen Europas aufzuzeigen.
Gegründet wurde Moravia Cantat als Südmährische Sing- und Spielschar 1952 in Stuttgart von vertriebenen Deutschen aus Südmähren gegründet, doch stand sie von Anfang an auch jungen Musikern aus anderen Gegenden offen. Das Repertoire der Moravia Cantat umfaßt weltliche und geistliche Chormusik, historischen Tanz und Volkstanz, Werke für Streicherensemble und Blockflötenensemble sowie Musik der Renaissance auf Originalinstrumenten.

- Chor und Orchester der Spielschar unter der Leitung von Widmar Hader.
Bei ihren Konzertprogrammen beweist Moravia Cantat oft Pioniergeist. Viele der von ihr aufgeführten Werke hat sie nach Recherchen in Bibliotheken und Archiven in Europa und den USA zum ersten Mal wiederaufgeführt. Beispielhaft seien dafür die Rekonstruktion und Aufführung barocker Ballette sowie ein Programm mit jüdischer Musik aus Böhmen und Mähren genannt. Zahlreiche Werke zeitgenössischer Komponisten wurden von dem Ensemble aufgeführt, viele auch uraufgeführt.

- Rotel-Tournee durch Österreich, Rumänien, Jugoslawien und Italien (1980).
Auslands-Tourneen führten die Gruppe nach Finnland (1954, 1962), Norwegen (1961), Österreich (1963, 1964), Südtirol (1969), England (1971), Frankreich (1973), Brasilien (1976), Österreich, Rumänien, Jugoslawien und Italien (1980), USA (1982, 1986, 1994), Israel (1987/88) sowie Südafrika und Namibia (2000).
Besonders verbunden fühlt sich Moravia Cantat mit Böhmen und Mähren. So baute sie bereits vor der "Samtenen Revolution" Kontakte in die damalige Tschechoslowakei auf: Sie bereiste, weil es politisch nicht anders möglich war, 1978 und 1989 als Touristengruppe Böhmen und Mähren. Als erste sudetendeutsche Gruppe gab sie offiziell als Südmährische Sing- und Spielschar im Sommer 1990 in Prag und Böhmisch Kamnitz und im November 1991 in Karlsbad Konzerte. Gemeinsam mit tschechischen Jugendlichen begann sie den Wiederaufbau der Kirche im nordböhmischen Gersdorf und die Restauration des dortigen Friedhofs. Zwei Konzertreisen führten die Gruppe 1992 und 1998 durch Mähren. Bei einem deutsch-tschechischen Chorprojekt studierte das Ensemble 2001 gemeinsam mit dem tschechischen Mädchenchor Ondrasek aus Neutitschein Chorwerke jüdischer Kantoren aus den böhmischen Ländern ein und führte diese Werke in drei Konzerten auf.

- Die Spielschar bei einem Auftritt im Kanaltal
Moravia Cantat erhielt mehrere Preise: 1961 erhielt das Ensemble den damals zum ersten Mal verliehenen Preis für Volkstumspflege der Sudetendeutschen Landsmannschaft. 1982 wurde ihr der Südmährische Kulturpreis von der Stadt Geislingen an der Steige und dem Südmährischen Landschaftsrat verliehen. 1988 gewann sie den Europäischen Umweltpreis in der Kategorie "Kulturelles Erbe". Außerdem wurde die Gruppe 1995 mit der Adalbert-Stifter-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft ausgezeichnet.

- Die Spielschar in Budapest 2002.
Moravia
Cantat hat beim
Rundfunk bereits über 200 Titel
eingespielt und im Laufe der Jahre hat sie acht Schallplatten und vier
CDs herausgebracht. Die CD "Gondelfahrt. Eine musikalische Reise durch
Böhmen und Mähren" enthält Chor- und
Instrumentalmusik vom 18. bis zum 20. Jahrhundert sowie
südmährische Volkslieder.
Die CD "Jauchzet dem Herrn
alle Welt!" - 1999 im nordböhmischen Zisterzienserkloster
Ossegg eingespielt - umfaßt geistliche Musik der Romantik aus
den böhmischen Ländern.
Die CD "Schma Jisroel" wurde
2003 in der Kirche St. Vitus in Regensburg aufgenommen und
enthält Musik von jüdischer Komponisten aus
Böhmen und Mähren. Damit widmete sich Moravia Cantat
nach der Pflege der deutschen und der tschechischen Kultur nun der
dritten großen Musiktradition der böhmischen
Länder.
Mit "Karls Brücke. Die kulturelle Polyphonie der
böhmischen Länder" erschien 2007 die vierte CD. Sie
vereint in ihrem Programm mit Werken von mährischen,
tschechischen und jüdischen Komponisten Musik aus vier
Jahrhunderten.